Davidsboden-Siedlung

Die Kunst mit Kunst zu leben

Der Würfel lässt sich drehen und der Himmel verändert sich. Damit vielleicht auch die Sichtweise. 16 gestalterische Interventionen laden dazu ein, den Davidsboden zu entdecken- eine Intervention in jedem Hauseingang.

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Die Kunstschaffenden Silvia Bächli und Eric Hattan schreiben dazu:

DIE KUNST MIT KUNST ZU LEBEN oder NASE BLEIBT NASE (Wenn doch nur alles so einfach wäre):
Was haben denn eine Kugelbahn mit Licht, eine Ecke die alles andere als kantig ist mit Illusion, Nebel mit Erdrotation, nachgewiesen am Foucault’schen Pendelversuch, unbewohnte Vogelhäuser hoch oben, hochpolierte Kupferrohre im Oktagon, Rücksicht im Spiegel, gefolgt von Spektralfarben werfenden Prismen und kopfstehende Bilder hervorgezaubert durch obscure Cameras, Hand, Lesen und ähnlich, ein Gefäss oder Geschichte, was hat dies alles und zuallerletzt mit Periskop und Ebene zu tun?

Oder: Wo ist die Tiefgarageneinfahrt, ein Schlitz, eine Ecke, ein Leitungsschacht, hinter Kastentüren, eine Glaswand, das runde Treppenhaus, der doppelstöckige Windfang, eine trennende Wand, der Seitenwechsel, eine Glastüre, eine Aussenwand, eine Türgriffstange, ein Pfeiler, die freistehenden Briefkästen, ein grosses Volumen und wo ist der oberirdische Schacht?

Ist die Tiefgarageneinfahrt da, wo die Kugel rollt? Der Schlitz dort, wo das Licht durchscheint? Der Leitungsschachtkasten wo anderes als das darunter verborgene gezeigt wird? Das Glas dort, wo nicht mehr alles glasklar ist? Das runde Treppenhaus wo das Pendel schwingt? Der doppelstäckige Windfang wo gerne Schwalben nisten würden? Die Trennwand wo das Ohr den Wind suseln hört? Der Seitenwechsel wo die Hausnummer verkehrt richtig ist? Die Glastüren wo morgens und mittags bei Sonnenschein Regenbogen zu sehen sind? Die Aussenwand wo Bilder Kopf stehen? Eine Türgriffstange wo Holz die Hand verwöhnt? Ein Pfeiler wo Köpfchen hat, wer liest? Freistehende Briefkästen dort, wo ähnlich eine Ausnahme ist? Befindet sich ein grosses Volumen dort, wo die Treppe nicht weiterführt, dafür ein Gefäss mit Gesicht im Gleichgewicht steht? Und ist der oberirdische Schacht da, wo der Lift nicht allen Platz benötigt?

Ja stimmt denn das mehr oder weniger? Könnte nicht alls auch ganz anders sein?

Jedenfalls wird man SEHEN können und DENKEN müssen. Neugierde ist Voraussetzung.

Niemandem alles klar? Kommt den Kunst immer so kompliziert daher? Eigentlich ist doch alles ganz einfach. Jedenfalls war es unsere Absicht, die im grossen Ganzen gleichen Hauseingänge durch kleine Details und Abweichungen zu markieren und zu unterscheiden. So wie jeder von uns eine Nase hat.

Nase bleibt Nase – klein, gross, eckig oder spitz.

Und: Wäre schön, wenn die Kinder in der Schule erzählen, warum in ihrem Haus die Bilder Kopf stehen. Oder erzählen: Wir wohnen im Haus mit der Kugelbahn. Hausnummer? Da bei der Wand mit den acht Löchern …

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